Latexmatratzen versprechen ein besonders gutes Schlafgefühl. Sie weisen eine sehr hohe Punktelastizität auf, was bedeutet, dass sie tatsächlich nur an den Stellen nachgeben, an denen sie auch belastet werden. Weiterhin zeichnen sich die Latexmatratzen dadurch aus, dass sie sofort zurückfedern, wenn der Schläfer sich dreht. Dadurch wird das Gewebe insgesamt sehr wenig belastet. Das ist zumindest die Theorie. Doch wie gut sind die Latexmatratzen in der Praxis für das alltägliche Schlafen geeignet? Dieser Frage ging Ökotest in einer Untersuchung vom 09. Januar 2006 nach. Dabei wurden insgesamt 16 Matratzen getestet, die einen Kern aus reinem Latex bieten.

Testergebnisse enttäuschend

Die Testergebnisse allerdings waren enttäuschend. Denn von den 16 getesteten Latexmatratzen schnitten gerade einmal drei mit der Note „gut“ ab. Fünf Kandidaten konnten dagegen nur mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertet werden. Ein „sehr gut“ gab es für keine der Matratzen.

Im Test wurde die Punktelastizität, wie oben beschrieben, genauer in Augenschein genommen. Dabei konnten nur zwei Matratzen eine „gute“ Bewertung erreichen. Der Grund sind vorrangig die Stoffbezüge. Je fester und straffer diese gespannt sind, desto stärker wird der Kern der Latexmatratzen verhärtet und die gewünschte Punktelastizität geht verloren. Ohne Stoffbezüge konnten alle Matratzen gute bis sehr gute Ergebnisse erreichen.

Ebenfalls von Bedeutung für einen umfassenden Test sind die Entlastung der Schulterzone und die Unterstützung der Körperzone. Dafür muss die Matratze im Schulterbereich etwas weicher sein, damit die Schulterzone tiefer einsinken kann. Allerdings darf sie nicht so weich sein, dass sie die Schultern beim Schlafen auf dem Rücken nicht mehr unterstützen kann. Die meisten der Testteilnehmer konnten hier gute bis sehr gute Ergebnisse erreichen. Auch die Körperzonenunterstützung war durchaus positiv zu bewerten, denn die Wirbelsäule wurde ausreichend unterstützt. Ihr wurde ebenfalls genügend Halt gegeben.

Ebenfalls konnten die Matratzen in der Biegequalität punkten. Sie ist von Bedeutung, wenn die Latexmatratze mit einem verstellbaren Lattenrost kombiniert werden soll, um sich zum Beispiel auch aufrecht sitzend im Bett befinden zu können.

Schadstoffe sind größtes Manko

Das größte Manko im Test ergaben die Untersuchungen auf Schadstoffe. Viele der Latexmatratzen beinhalten nach wie vor optische Aufheller, die für ein besonders sauberes Aussehen sorgen sollen, aber mit echter Sauberkeit nichts zu tun haben. Zudem sind sie in der Produktion sehr energieaufwändig, so dass die Umwelt durch sie recht stark beeinträchtigt wird. Durch den nächtlich abgesonderten Schweiß können die Aufheller auch auf die Haut gelangen und den Verbraucher gesundheitlich schädigen.

Ebenfalls ist oftmals das Metall Antimon enthalten, welches für den Menschen giftig ist. Es wird bei der Herstellung von Polyesterfasern eingesetzt und dient hierbei als wichtiger Katalysator. Durch die reizenden Eigenschaften des Antimons, die sich insbesondere auf die Haut und die Schleimhäute auswirken, wurden viele Matratzen hier wieder abgewertet.

Auch die Nitrosamine, die sich im Latexkern befinden, sind ein weiterer Minuspunkt. Sie entstehen bei der Vulkanisation und können ebenfalls gesundheitliche Folgen für den Menschen nach sich ziehen.