Ein Wasserbett erscheint vielen Menschen als das Nonplus Ultra der Entspannung im eigenen Zuhause. Und tatsächlich haben Wassermatratzen hervorragende Eigenschaften, die nicht nur einem wohltuenden und regenerierenden Schlaf zugute kommen, sondern auch besonders bei gesundheitlichen Problemen im Bewegungsapparat einige Vorteile bieten.

Rückenleiden und Wassermatratze: eine erfolgreiche Symbiose

Rückenprobleme sind eine leidige Angelegenheit. Denn schweres Heben, unvorteilhaftes Bücken sowie lange Zwangshaltungen am Arbeitsplatz lassen Kreuzschmerzen und Bandscheibenbeschwerden zu einer echten Volkskrankheit werden.

Im besten Fall hilft hier Entlastung, wie man sie beim ausgestreckten Liegen im Bett findet. In manchen Fällen werden die Beschwerden dadurch jedoch noch intensiver und spätestens nach einer langen Nacht auf einer minderwertigen Matratze sind die Rückenschmerzen kaum noch zu ertragen.

An dieser Stelle empfehlen viele Orthopäden das Verwenden einer Wassermatratze. Meistens verstärken sich die Beschwerden während der Nachtruhe nämlich, weil der Körper auf der harten Matratze wie auf einem Brett liegt oder in die weiche Unterlage bis zum Lattenrost einsinkt. Die Matratze passt sich also nicht dem Körper an, sondern der Körper der Matratze und dies tut ihm gar nicht gut.

Bei einer Wassermatratze verhält sich das gänzlich anders. Sie wird entsprechend des Gewichts ihres Nutzers mit mehr oder weniger Wasser befüllt, so dass sie eine konstante Spannung aufweist, auch wenn sie in Gebrauch ist. Das Wasser umschließt nun perfekt die Körperkonturen. Das Resultat ist ein Schlaf, der tatsächlich dem schmerzenden Rücken erholsame Entlastung bringt.

Mit der Wassermatratze gegen Druckgeschwüre

Gerade bei bettlägerigen Personen, sei es langfristig wegen des fortschreitenden Alterungsprozesses oder während der Genesungsphase einer akuten Krankheit, gibt es eine gefürchtete Komplikation: den Dekubitus.

Ein Dekubitus ist ein Druckgeschwür, welches durch langwieriges Verbleiben in derselben Position entsteht. Dabei liegt die betroffene Region auf dem Bett auf. Durch diesen Druck in Kombination mit nahe an der Hautoberfläche befindlichen Knochen wird die besagte Partie stark zusammengepresst. Die Durchblutung wird beeinträchtigt. Im Ergebnis kommt es zunächst zu einer Rötung der Haut, anschließend zu offenen Stellen, die mitunter irreparable Nekrosen ansetzen können.

Zur Prävention wird in diesem Zusammenhang eine regelmäßige Umlagerung empfohlen, allerdings kann diese das Dekubitusrisiko nur reduzieren und nicht ganz ausschließen. Die Wassermatratze hingegen schon.

Sie passt sich ideal an den Körper an und verursacht somit keinen Gegendruck zum Körpergewicht. Dadurch kann das Blut ungehindert fließen und der Dekubitus ist nur noch eine vage Möglichkeit. Ähnliche Wirkungen erreicht die Wassermatratze auch in der Lagerung von Brandopfern.

Wassermatratze in der Geburtshilfe

Rückenprobleme und Dekubitusprophylaxe sowie die Entlastung verbrannter Hautpartien sind natürlich die primären Einsatzbereiche der Wassermatratze jenseits des Wellnessgefühls. Aber auch die Geburtshilfe hat sich das Prinzip Wassermatratze und deren gute Eigenschaften inzwischen zunutze gemacht.

Im Mutterleib befindet sich der Fötus in einer angenehmen Temperatur von etwa 37 Grad Celsius und kann hier ungeniert schwimmen und planschen. Nun wird er bei der Geburt nicht nur durch den engen Geburtskanal gepresst, sondern findet sich anschließend auch in einer erschreckenden Umgebung wieder, die so gar nichts mit seinem bisherigen Zuhause gemein hat. Statt warmes Wasser umgibt ihn kalte Luft, die maximal 22 Grad Temperatur aufweist; statt wohliger Dunkelheit und gedämpfter Töne erreichen ihn grelles Licht und eine ungeahnte Lautstärke.

Kein Wunder, dass viele Neugeborene in dieser Situation Anpassungsstörungen entwickeln. Im leichtesten Fall können sie zeitweise ihre Körpertemperatur nicht eigenständig regulieren. Im schlimmsten Fall jedoch entwickeln sie eine behandlungsbedürftige Atemdepression.

Und hier kommt die Wassermatratze zum Einsatz. Da sie dank der benötigten Heizung auf einem konstanten Temperaturniveau gehalten werden kann und durch die wellenförmigen Bewegungen den Säugling ansatzweise an die Zeit vor der Geburt erinnert, ist es für die Kinder auf einer Wassermatratze um einiges leichter, sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Deshalb sind Wassermatratzen inzwischen zum gängigen Bild auf den Kinderintensivstationen für Frühgeborene geworden.