Endstation Pflegebetten: Heim oder Daheim?
In jungen Jahren verschwendet man sehr selten einen Gedanken an das Älterwerden, an Pflegebetten, Krankheit oder Tod. Erst, wenn man die ersten Zipperlein bemerkt, oder mit der Krankheit und der Bettlägerigkeit eines Angehörigen konfrontiert wird, beginnt man, sich auch über seine eigene Zukunft Gedanken zu machen. Wie das eigene Leben verlaufen wird, kann man nicht voraussehen und auch nicht bestimmen. Nicht jeder Mensch wird alt und gebrechlich und muss seinen letzten Lebensabschnitt in einem Pflegebett verbringen. Oft sind auch Unfälle oder plötzliche Schicksalsschläge der Grund, warum Menschen schon in viel zu jungen Jahren aus dem Leben gerissen werden. Hat man eben einen Menschen noch beim Einkaufen betroffen, macht am Abend die Nachricht von seinem plötzlichen Herztod die Runde. Dies alles gehört zum Lauf der Dinge und kann, außer in gewissem Maß durch gesunde Ernährung und den Verzicht auf Rauchen und Alkohol, nicht beeinflusst werden.
Es gibt viele Krankheiten, die die Menschen an Pflegebetten ketten. Eine sehr häufige Ursache sind Schlaganfälle. Die Lähmungen, die mit dieser Krankheit einhergehen, so wie die plötzliche Unfähigkeit, sich selbst zu versorgen, schocken die Angehörigen meist sehr. Ein Schlaganfall ist zwar vorhersehbar, tritt jedoch immer unerwartet ein. Ein Mensch, der eben noch aktiv im Leben stand, geistig fit war und vollkommen eigenständige seinen Alltag gemeistert hat, wird in einem Moment zu einem Pflegefall. Die Angehörigen stehen dann vor der Entscheidung, ob sie die Pflege selber übernehmen können, oder ob der Patient in einem Heim untergebracht werden soll. Es gibt die Möglichkeit, Pflegebetten für den häuslichen Einsatz zu kaufen. Diese Kosten werden von der Krankenkasse im Allgemeinen übernommen. Ebenso wird eine ambulante Pflegehilfe, die die Angehörigen bei der täglichen Versorgung des Patienten, zum Beispiel beim Waschen oder beim Wechseln von Verbänden, unterstützen, zumindest zum Teil bezahlt.
Nicht jeder schafft es, einen Patienten, der in Kontinent und bewegungsunfähig in einem dieser Pflegebetten vor sich hin vegetiert, selbst zu pflegen und zu versorgen. Viele Menschen können das Elend nicht sehen und haben große Probleme damit, mit dieser Situation umzugehen. Nicht unbedingt ist Kaltherzigkeit oder Mangel an Interesse der Grund, warum alte Menschen in einem Heim landen. Manchmal ist es einfach die Unfähigkeit, den Menschen, den man als lebenslustig und agil kannte, so sehr leiden und verfallen zu sehen.
Entscheiden sich Angehörige für den Kauf von Pflegebetten, um ihre Lieben selbst zu pflegen, nehmen sie damit eine große Verantwortung und Bürde auf sich. Man kann nun nicht mehr einfach seine Freizeit selbst bestimmen, sondern muss seinen Tagesplan vollkommen auf den pflegebedürftigen Menschen ausrichten. Dauert dieser Zustand über Jahre an, kann dies sehr belastend für eine Familie sein. Dennoch tun viele Angehörige mehr als der ihre Pflicht, um ihren Eltern, Großeltern oder anderen Verwandten auch die letzten, schweren Jahre im Leben so angenehm wie möglich zu machen, und ihnen nicht das Gefühl zu geben, abgeschoben zu werden.
